Freie Evangelische Gemeinde Düsseldorf

Weihnachten – „… ein Sohn ist uns geschenkt!“ Jesaja 9,5

Schenken und Weihnachten – das gehört in unserem Land untrennbar zusammen. Manchmal stehen die Geschenke so sehr im Mittelpunkt, dass der Sinn von Weihnachten darunter zu verschütten droht. Aber – wir können uns dem Ursprung und Sinn des Weihnachtsfests auch annähern, indem wir über das Schenken nachdenken.

Warum schenken wir?
Kümmern wir uns bei dieser Frage mal nicht um die Pflichtgeschenke, zu denen wir in unterschiedlichen Situationen gezwungen werden, sie sind ja zum Glück zu Weihnachten eher selten.

Warum schenken wir?
Wenn wir etwas verschenken, dann wollen wir damit eine Aussage treffen: „Du bist mir was wert! Ich will dir eine Freude machen!“ Wenn wir eine Gegenleistung, ein Gegengeschenk erwarten, wäre das noch ein echtes Geschenk? Ich würde das in einem solchen Fall eher als Tauschgeschäft oder Vertrag benennen.
Da würden viele sofort zustimmen, aber – halten Sie doch mal inne und spüren nach. Wann haben Sie das letzte Mal einer Person ein Geschenk gemacht und konnten nicht damit rechnen auch von dieser Person beschenkt zu werden. Gibt es jemand in Ihrer Umgebung – Sie, oder einer Ihrer Familie oder Freunde -, der zu Weihnachten regelmäßig an eine Person etwas verschenkt und kein Gegengeschenk erhält? Kennen Sie das peinliche Gefühl, bei einem Weihnachtsbesuch beschenkt zu werden, und man selber hat kein Geschenk in der Hand?

Es ist üblich, dass jedes Geschenk ein Gegengeschenk zur Folge hat. Noch viel mehr: Oft empfinden wir das Fehlen eines Gegengeschenkes als unhöflich, wenn nicht sogar als unverschämt. Dabei berücksichtigen wir oft nicht die Gründe für das Ausbleiben: Ein Mensch hat keine Zeit zum Einkaufen, ihm fehlt eine passende Idee, oder er hat einfach nicht das Geld für ein Geschenk.
Vielleicht gehört er auch zu denen, die für sich entschieden haben, dem Weihnachtsrummel mit den dazugehörenden Geschenken soweit es geht zu entfliehen. Aus all dem wird die Gefahr deutlich, dass Schenken doch zu einem Tauschgeschäft verkommt, obwohl wir wissen: Liebevolles Schenken erfolgt auch ohne Aussicht auf eine Gegenleistung, man schenkt aus Liebe.

Und nun könnte ich jeden einzelnen Gedanken dieses Textes mit dem Weihnachtsfest in Zusammenhang bringen. Ich denke aber, das haben Sie längst getan. Nur so viel möchte ich anmerken: Gott beschenkt uns Menschen mit seinem Sohn. Und er hat kein Gegengeschenk erwartet. Noch viel mehr, er konnte nicht nur sicher sein, ohne Gegengeschenke zu bleiben, sondern er wusste, dass das sein Geschenk auf große Ablehnung stoßen wird. Und dennoch hat er uns Menschen mit seinem Sohn beschenkt.

Lassen Sie uns in diesem Jahr deshalb nicht nur fröhlich, sondern auch dankbar Weihnachten feiern und uns bei jedem Geschenk erinnern, dass wir von Gott beschenkte Menschen sind.

Wolfgang Jüschke

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